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Kläranlage · Fachbeitrag · DWA-M 760 · 8 Min. Lesen

DWA-M 760: Was das neue Merkblatt für Kanalnetzbetreiber und Kommunen bedeutet

Das neue DWA-Merkblatt M 760 „Fetthaltiges Abwasser" schafft erstmals einen einheitlichen Bewertungsrahmen für Kanalnetzbetreiber, Kommunen und Genehmigungsbehörden. Es geht nicht mehr nur um Fettabscheider — es geht um das gesamte System: Kanalnetz, Zulauf, biologische Klärstufe.

Dieser Beitrag fasst zusammen, was das Merkblatt für die Praxis bedeutet — und wo biologische Fettspaltung als ergänzende Maßnahme eine Rolle spielt, die das Merkblatt explizit berücksichtigt.

Das Wichtigste in Kürze

Was Kanalnetzbetreiber und Kommunen aus DWA-M 760 mitnehmen sollten:

  1. 1

    DWA-M 760 bewertet Fetteintrag systemisch — Fettabscheider allein reicht nicht mehr als Nachweis

  2. 2

    Biologische Maßnahmen wie lipasanF® sind als ergänzende Lösung explizit anerkannt

  3. 3

    Kommunale Pilotprojekte (Amperverband, Groß-Gerau, Pfungstadt, LINEG) belegen messbare Wirksamkeit

  4. 4

    Frühzeitige biologische Intervention reduziert Kanalkorrosion, Sanierungskosten und Geruchsbelastung

Häufige Fragen

Was regelt DWA-M 760 konkret, und für wen gilt es?
DWA-M 760 richtet sich an Kanalnetzbetreiber, Kommunen, Genehmigungsbehörden und Planer. Es definiert Anforderungen an die Behandlung fetthaltigen Abwassers entlang der gesamten Entsorgungskette — von der Einleitquelle über den Fettabscheider bis zum Kläranlage-Zulauf. Der Fokus liegt auf dem Systemzusammenhang, nicht mehr nur auf dem Einzelbauwerk Fettabscheider.
Reicht ein ordnungsgemäß betriebener Fettabscheider nach DWA-M 760 aus?
Nicht zwingend. Das Merkblatt verlangt eine systemische Bewertung des tatsächlichen Fetteintrags in den Kanal. Neben dem Fettabscheider müssen Betreiber Zulaufmessungen, Inspektionsdaten und Betriebsprotokolle vorhalten. Wo mechanische Abscheider allein nicht ausreichen, sind ergänzende Maßnahmen — einschließlich biologischer Verfahren — ausdrücklich anerkannt.
Welche Rolle spielt biologische Fettspaltung nach DWA-M 760?
DWA-M 760 erkennt biologische Maßnahmen als komplementären Ansatz an. Produkte wie lipasanF® setzen selektiv gezüchtete mikrobielle Keimkultur ein, die Triglyceride enzymatisch abbauen — direkt im Fettabscheider oder Kanalzulauf. Kommunale Pilotprojekte (Amperverband Bayern, Groß-Gerau, Pfungstadt, LINEG) belegen die Wirksamkeit messtechnisch.
Wie entstehen H₂S-Gerüche und Kanalkorrosion durch Fett — und wie lässt sich das verhindern?
Fettablagerungen erzeugen anaerobe Zonen im Kanal, in denen sulfatreduzierende Bakterien Schwefelwasserstoff (H₂S) bilden. In Feuchtigkeit oxidiert H₂S zu Schwefelsäure, die Beton von innen zerstört. Biologische Fettspaltung im Zulaufbereich verhindert die Entstehung dieser anaeroben Zonen — und reduziert damit Geruchsemissionen und Korrosionsschäden nachhaltig.

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