Fettabscheider vor dem Betriebsurlaub — was Andy immer tut
Jedes Jahr das gleiche Problem: Betriebsurlaub, Feiertage, lange Wochenenden — und danach ein Fettabscheider, der nicht mehr so riecht und läuft wie vor der Pause. Was passiert im Abscheider, wenn die Küche steht? Andy erklärt es.
Dazu zeigt er, wie eine einfache Maßnahme kurz vor Betriebsschluss die Situation komplett verändert — und warum dieser eine Schritt in vielen Küchen schlicht vergessen wird.
Andy — Küchenleiter, Kantinenbetrieb
30 Jahre Praxiserfahrung · Gastronomie Frankfurt
Das Problem: Fettabscheider bei Betriebspause
Wenn die Küche steht, hört der Fettabscheider nicht auf zu arbeiten — im negativen Sinne. Angesammeltes Fett oxidiert, feste Rückstände setzen sich ab, und anaerobe Bakterien sorgen für Schwefelwasserstoff-Gerüche (H₂S). Wer nach einem langen Wochenende oder dem Betriebsurlaub zurückkommt, kennt den Empfang: der Abscheider riecht, die Schächte sind belegt.
Betriebe, die vor der Pause gar nichts unternehmen, zahlen häufiger für Notentleerungen oder kämpfen nach der Wiedereröffnung mit Abflussproblmen in der Hochlastphase.
Andy zeigt, was er vor jeder Betriebspause macht
Kurz, praktisch, ohne Zusatzmaterial — direkt aus dem Betrieb.
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Andy: „Also, Feiertage und Betriebsurlaub — das ist immer so eine Sache. Früher haben wir einfach aufgehört und die Küche zu gemacht. Und wenn man dann zurückgekommen ist, hat der Abscheider gerochen wie eine Kloake. Das war unangenehm für alle. Was ich jetzt mache, seit wir lipasanF® haben: Ich mache zwei bis drei Tage vor dem letzten Betriebstag eine Sonderdosierung. Das heißt, ich nehme nicht die normale Menge, sondern ungefähr das Doppelte. Und dann nochmal am letzten Abend vor dem Urlaub. Warum? Weil die Bakterien dann die ganze Pausenzeit im Abscheider arbeiten können. Die kriegen genug Futter — das restliche Fett — und bauen das ab, bevor es zu Problemen wird. Wenn ich nach dem Urlaub zurückkomme, riecht der Abscheider immer noch. Aber es ist ein anderer Geruch. Nicht mehr dieser beißende H₂S-Geruch, sondern eher neutral, leicht muffig. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich würde jedem empfehlen: Wenn ihr eine Betriebspause plant — dosiert vorher noch mal extra. Das kostet euch zehn Minuten und spart am Ende Nerven und Geld."
Was Andy empfiehlt
Drei Maßnahmen, die Andy vor jeder Betriebspause umsetzt:
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1
2–3 Tage vor der Pause: Sonderdosierung mit doppelter Menge — genug Kulturen für die gesamte Pausendauer
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2
Letzter Abend vor dem Urlaub: reguläre Dosierung nach dem Spülgang — als zweite Lage für die Ruhephase
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3
Nach der Wiedereröffnung: erste Woche wieder normal dosieren — der Abscheider stabilisiert sich schneller
Warum die Pause für den Abscheider kritisch ist
Im laufenden Betrieb wird der Fettabscheider durch den kontinuierlichen Wasserdurchfluss permanent gespült. Rückstände werden mitgerissen und verteilt. Wenn die Küche pausiert, fehlt diese Spülwirkung — Fett und Wasser trennen sich, Sediment setzt sich ab, anaerobe Bedingungen entstehen.
Anaerobe Bakterien produzieren Schwefelwasserstoff (H₂S) — das ist der charakteristische Geruch, der Betriebe nach längeren Pausen begrüßt. Eine höhere Konzentration von lipasanF® vor der Pause gibt den aeroben, Lipasen-bildenden Bakterien einen Startvorteil: Sie dominieren das System während der Ruhe und halten H₂S-Produktion gering.
Das Ergebnis ist kein geruchsfreier Abscheider — aber ein messbarer Unterschied. Und keine Notentleerung direkt nach der Pause.
„Früher hat der Abscheider gerochen wie eine Kloake. Jetzt kommt das nicht mehr vor."